15HOCH2-Stipendiaten 2018

Julia Frankenberg ▪ RÜCKWÄRTS DEN BERG HINAUF
Jan Hendrik Pelz ▪ RETROSPEKTIVE
Jens Volbach ▪ SURVIVAL, LOOT, CRAFT, REPEAT


31.05.–24.06.2018
RÜCKWÄRTS DEN BERG HINAUF
Julia Frankenberg

Die Künstlerin Juliane Frankenberg, die in Hamburg und Berlin lebt, nutzte die Kunsthalle als Basisstation für ihren experimentellen Arbeitsprozess. Sie kam in die Kunsthalle Kempten, um hier neue Werke zu entwickeln und sogleich vorzustellen.

Ihr Studium führte die 1982 in Frankfurt/Main Geborene an die Kunsthochschule Hamburg, die Willem de Kooning Academie in Rotterdam und an die Bauhaus-Universität Weimar. Bereits dreimal war sie als artist in residence aktiv, in Weimar, Hoa Binh (Vietnam) und Murnau.

Ihre Materialien findet sie im alltäglichen Sachkosmos – von Naturmaterialien bis zu Industriedingen nutzt sie, was ihr begegnet. Sie malt, konstruiert, stellt Batiken her, formt und verformt.

Ihre Rauminstallationen mit Objekten aus Aluminium, Gips, Wachs, Abdrücken oder Fotografien bezeichnet sie als künstlerische Forschung. Die Stimmung, die von ihren Kompositen ausgeht, verbindet vertraute Dingwahrnehmung mit irritierenden Seherlebnissen. Grundlegend ist, dass sie dem Publikum den Entstehungsprozess offenbart. Die Wirkung der gewählten Materialitäten und entwickelten Situationen bleibt indes vielschichtig.


21.09.–21.10.2018
RETROSPEKTIVE
Jan Hendrik Pelz

Neuentdeckung des Malers Jan Hendrik Pelz (1884-1984).
Kurator der Retrospektive ist der gleichnamige Urenkel des Malers. Dem heutigen Künstler Jan Hendrik Pelz, geboren 1984 in Filderstadt, geht es darum, einen Überblick zu geben über ein Jahrhundertwerk eines Vorfahren.

Jan Hendrik Pelz wurde 1884 in Filderstadt geboren. Bereits in jungen Jahren entwickelte er sich zu einem angesehenen Maler. Er studierte an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, ehe er 1914 zum Kriegsdienst eingezogen wurde.

Ein großer Werkfund 2016 dokumentiert nun das vielfältige Schaffen des Künstlers, das über viele Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war. Da Pelz einige Zeit auch in Kempten verbracht hatte, ist der regionale Bezug besonders spannend. In dieser umfassenden Schau wurden einige noch
nie gesehene historische Ölgemälde und Zeichnungen präsentiert.


27.10.–25.11.2018
LOOT, CRAFT, SURVIVE, REPEAT
Jens Volbach

Jens Volbach beschäftigt sich mit Formen der zeitgenössischen Bildgenese und untersucht dabei in welcher Wechselwirkung die allgegenwärtige Flut digitaler Bilder und die tradierten künstlerischen Ausdrucksformen stehen. In seinen Arbeiten verdichten sich Oberflächen und Perspektiven, realer und virtueller Raum, Schrift und Sprache, digitale sowie analoge Bilder zu komplexen Bildgefügen. Durch raumgreifende Installationen schafft Volbach Spannungsfelder zwischen Malerei, Skulptur und den Neuen Medien, in denen die Möglichkeiten von Bildwiedergabe und -repräsentation hinterfragt werden.

Für seine Ausstellung in der Kunsthalle Kempten widmete sich Volbach dem künstlerische Potenzial von Open-World-Videospielen und deckt dabei Überschneidungen und Widersprüche, ästhetische Diskrepanzen und Analogien zwischen der realen und der virtuellen Welt auf. In diesen Open-World-Spielen kämpft der Spieler in einer unwirtlichen und feindlichen Umgebung um sein Überleben, sucht und sammelt Materialien und bearbeitet sie so, dass sie dem Überlebenskampf dienlich sind. Der als Entertainment angedachte virtuelle Überlebenskampf wird in unruhigen Zeiten, durchzogen von sozialen Problemen und existenziellen Ängsten, zur hochbrisanten Realität. 

Jens Volbach hat an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Johannes Spehr, Prof. Christian Philipp Müller und Prof. Florian Slotawa sowie an der Kunsthochschule für Medien Köln bei Prof. Johannes Wohnseifer und Prof. Mischa Kuball studiert. Seine Arbeiten waren unter anderem bereits in Kopenhagen, New Castle, Köln und Berlin zu sehen.

www.jensvolbach.de

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